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Erfolgreiche Unternehmer kennen die Taktik des Gegners

Sind Sie schon einmal mit der "Sei doch bitte vernünftig"-Aussage konfrontiert worden?

Besser wäre wahrscheinlich die Frage, wem ist sie in seinem Leben noch nicht gestellt worden? Schon so mancher hat sich durch diese blöde Taktik von seinem Vorhaben abbringen lassen, sich beispielsweise selbständig zu machen.

Möglicherweise ist heute genau der richtige Zeitpunkt, sich einmal intensiver mit dieser Aussage zu beschäftigen.

Sei doch vernünftig - Erfolgreiche Unternehmer kennen die Taktik des Gegner, die hinter dieser Aussage steckt.

Zu den unangenehmen Hindernissen, die sich einem Unternehmer in den Weg stellen, gehört die „Sei-vernünftig“-Debatte. Sie geht davon aus, dass wir schon in frühen Jahren gelernt haben müssen,

Dabei geht es beim Syndrom "vernünftig sein" vor allem darum, uns daran zu hindern, etwas zu wagen, was für einen anderen Menschen nicht vorstellbar ist.

Vernünftig zu sein bedeutet aber auch, die Durchschnittlichkeit als Maßstab seines Handels anzuerkennen. Was die Masse für richtig hält, gilt als vernünftig und richtig. Daraus können Sie jetzt schon den Schluss ziehen, dass jemand, der immer nur vernünftig handelt, kein erfolgreicher Unternehmer sein kann.

Erfolgreiche Unternehmer können sich nicht nach allgemein anerkannten Maßstäben des Durchschnittlichen orientieren. Sie müssen die eigenen Ziele verfolgen und dabei konsequent und manchmal auch ungewöhnliche Schritte unternehmen.

Wie die Begriffe Moral, Liebe und Mut gilt auch das Vernünftigsein als geeignetes Instrument der Manipulation auf den verschiedenen Ebenen des Gesellschaftsspiels.

Ein Beispiel, um das etwas genauer zu beleuchten, finden wir in der Medizin. Dort gilt es als Regel, dass ein Medikament erst dann zur Heilung eingesetzt werden kann, wenn es – wie es allgemein heißt – „klinisch erprobt und wissenschaftlich abgesichert“ ist.

Es soll schon vorgekommen sein, dass so ein Heilmittel hunderte Menschenleben hätte retten können, trotzdem aber nicht verwendet wird, weil es nach Ansicht medizinischer Autoritäten noch nicht genug „klinisch erprobt“ ist.

Wobei der Grund dafür sein kann, dass die maßgeblichen Autoritäten nur deshalb ein Medikament oder Heilverfahren nicht zulassen, weil sie selbst ein Beraterhonorar von einer anderen Firma erhalten als jene, die das fragliche Produkt oder Verfahren auf den Markt bringen möchte.

Alle diese Zusammenhänge spielen jedoch keine Rolle, weil sie durch den Deckmantel der Wissenschaftlichkeit abgesichert sind. Die Wissenschaft nimmt für sich oftmals in Anspruch, die letzte Instanz des Vernünftigsein zu sein. Sie soll nicht in Frage gestellt werden. Woran sonst sollte sich die nach Autorität suchende Masse orientieren?

Großartige Erfindungen, lebensrettende Maßnahmen und geniale Lösungen wurden in der Vergangenheit gern im Namen der Vernunft verdammt oder für lange Zeit einfach blockiert.

Wer aber das Vernüftigsein überwinden kann und seine Pläne und Ziele nach reellen Erfolgschancen und nicht danach beurteilt, ob es vernünftig ist, wird in seinem Denken und Handeln frei für alles, was zum Erfolg führt.

Im täglichen Leben wird die „Sei-vernünftig“-Strategie nicht selten auch im ehelichen Bett gespielt. Hier ist eine mögliche Variante: Mann und Frau liegen im Bett. Die beiden Kinder schlafen bereits ganz fest. Im Zimmer ist es dunkel.

Sie denkt es nur, sagt es aber nicht, denn sie möchte eine gute Ehefrau sein und nicht als Zicke gelten. Sie verhält sich so, als würde sie schon fest schlafen. So versucht sie, dem Ehemann ein Schuldgefühl zu vermitteln, weil er sie im Schlaf gestört hat.

Jedoch ist sein sexuelles Verlangen stärker als das Schuldgefühl. Er setzt seinen Eroberungsfeldzug weiter fort, indem er ihr ins Ohr flüstert: “Hättest du nicht auch Lust Schatz?“

Darauf bringt sie die „Sei-vernünftig“-Version ins Spiel. Sie lautet:“Ja schon Liebling. Aber du musst vernünftig sein, wir wollen die Kinder nicht aufwecken und morgen haben wir einen harten Tag vor uns.“

Es kann hier ruhig erwähnt werden, dass diese „Sei-vernünftig“ Spielart im Zeitalter der weiblichen Emanzipation auch mit vertauschten Rollen gespielt wird: Der Mann wehrt den Angriff der Frau ab. Die Wortwahl mag sich unterscheiden, die Methode jedoch bleibt dieselbe.

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Die Forderung nach dem Vernünftigsein hindert viele Unternehmer daran, ihre tatsächlichen Bedürfnisse und Pläne im Leben zu erfüllen. Schon der Einwand eines Mitmenschen: „Was Sie da vorhaben, widerspricht doch jeder Vernunft“ oder „Eigentlich hätte ich Sie für klüger gehalten“ lässt viele davor zurückschrecken, den eingeschlagenen Weg zu gehen. Er wirft zeitgleich seine großartigen Pläne über Bord, macht sich selbst den Vorwurf, ein Spinner zu sein, und macht sich damit selbst zum Verlierer.

Diese Niederlage war von dem Augenblick an programmiert, als er sich dem Vernünftigsein als Maßstab seines Handelns unterwarf. Schon die Entscheidung: „Von heute an will ich nicht mehr vernünftig, sondern meinen eigenen Weg gehen“ wäre ein erster Schritt zum „erfolgreichen Unternehmer“ gewesen.

Es ist einleuchtend, dass sich jemand, der ein Ziel vor Augen hat, dessen Erfüllung ihn erfolgreich machen könnte, für den Rest seines Lebens auf einen verhängnisvollen Kampf mit sich selbst einlässt. Sein Unterbewusstsein sagt ihm: Ich möchte mein natürliches Bedürfnis nach Erfolg befriedigen. Sein oftmals in der Kindheit erlerntes Verhalten verpflichtet ihn jedoch, es nicht zu tun, weil es nicht vernünftig ist.

So gesehen, kann gesagt werden, dass jeder Erfolg der Vernunft eine Niederlage im Bemühen darstellt, seine tatsächlichen Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen. Zu den zwei für jeden Unternehmer gefährlichen Versionen zählen auch „der olympische Gedanke“ und das „Argument der Erfahrung“.

Der olympische Gedanke geht davon aus, dass es wichtiger ist, an einem Spiel teilgenommen, als es gewonnen zu haben. Anders ausgedrückt bedeutet dies: Wer zu bequem ist, sich entsprechend vorzubereiten, um den Titel zu gewinnen, braucht sich als Entschuldigung nur auf den olympischen Gedanken zu berufen. Er nimmt an einem Wettbewerb teil und weiß damit schon vorher, dass er dem Sieger durch seine vorherige Niederlage den Sieg möglich macht.

Eine analoge Denkweise ist auch bei Generälen festzustellen, die den Sturmangriff auf eine feindliche Stellung planen. Sie wissen genau, dass dabei dreißig, vierzig oder fünfzig Prozent ihrer eigenen Soldaten sterben werden. Aber im Gedanken an die Anerkennung, die den Generälen durch eine gewonnene Schlacht zuteil wird, erscheint ihnen dieses Opfer für gewöhnlich als vernünftig.

Die Umsetzung des Vernunftbegriffes lässt sich auch gut bei der Variante des „Erfahrungsarguments“ im Alltag beobachten.

Ein bekanntes Beispiel ist das Folgende:

Huber hat eine Idee, das Problem XYZ zu lösen.

Maier ist älter als Huber und darauf bedacht, dass der jüngere Kollege ihm nicht den Rang abläuft. Er reagiert auf den Vorschlag von Huber mit dem Argument: „Meiner Meinung nach führt dieser Weg nicht zum Ziel.“

Eine offensivere Möglichkeit wäre: „Aber, aber, junger Mann, wo kämen wir denn da hin, wenn jeder Neuling die alten bewährten Methoden über den Haufen werfen dürfte.“

Für einen Unternehmer bedeutet gewinnen nichts anderes als, alle Chancen zu nützen und die Hindernisse zu überwinden, die sich ihm beim Erreichen des Ziels in den Weg stellen. Wobei es gleichgültig ist, ob dies schon beim ersten oder erst beim hundertsten Versuch gelingt.

Der eigentliche Erfolg besteht ja schließlich nicht darin, sofort ans Ziel zu gelangen, sondern in der Entschlossenheit, ein kalkulierbares Risiko einzugehen und sich durch niemanden hindern zu lassen.

Wer den Weg zum Ziel genießen kann und die nötige Entschlossenheit mitbringt, gewinnen zu wollen, ist auf dem besten Weg zum erfolgreichen Unternehmer.